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ABSEITS / ABSEITSREGEL

... ewiger Stein des Anstosses.
 
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Die Abseitsregel ist zwar eine der ältesten Regeln im Fussball, gibt aber heute so viel Anlass zu Diskussionen, wie nie zuvor. Klar: Noch nie zuvor wurden die Spiele von sovielen Kamera-Perspektiven gleichzeitig aufgezeichnet, um bereits Sekunden später Zeitlupen- und Standbilder über TV laufen zu lassen. Von den Schiedrichtern und Assistenten muss aber verlangt werden, dass sie gleichzeitig zweierlei im Auge haben: Den ballabgebenden Spieler (um den Zeitpunkt der Ballabgabe zu bestimmen) und die möglicherweise im Abseits stehenden Spieler ...

ABSEITS (Offside) ist ein 'Vergehen' der ballführenden Mannschaft, das mit einem Freistoss geahndet wird.

Abseitsregel generell

Eigentlich ist die Abseitsregel eine sehr einfache:
Zum Zeitpunkt der Ballabgabe müssen sich zwischen jedem angreifenden Spieler und der gegnerischen Torlinie mindestens zwei Gegenspieler befinden.

Ausnahmen

So weit wäre es also recht gut (und ohnedies im laufenden Spiel manchmal nur schwer feststellbar), aber es gibt einige Ausnahmen von dieser Regel:

- In der eigenen Hälfte des Spielfeldes ist keine Abseitsstellung möglich.
- Bei einem Outeinwurf, Torabstoss oder Eckstoss ist das Abseits aufgehoben.
- Es besteht kein Abseits, wenn der Ball von einem Gegenspieler abgespielt wird.
- Ein hinter der gegnerischen Toroutlinie (aber nicht im Tor selbst) befindlicher Spieler steht nicht im Abseits.
- Ein hinter der Ballhöhe (Linie durch den Ball quer über das Spielfeld) befindlicher Spieler kann nicht im Abseits stehen. Das gilt auch dann, wenn der Ball nach vorne gespielt wird.
- Ein auf gleicher Höhe mit einem verteidigenden Spieler befindlicher Angreifer gilt als hinter diesem stehend (also kein Abseits).
- Ein Spieler, der nicht in den laufenden Spielzug eingreift, steht nicht im Abseits (Passives Abseits).

 
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  abseits hinter der ballhöhe Beispiel für die Ausnahme 'Spieler hinter der Ballhöhe'
Obwohl sich der angreifende Spieler B grundsätzlich im Abseits befindet (Spielrichtung von rechts nach links, nur 1 Verteidiger C) ist es keine Abseitsstellung, da er sich zum Zeitpunkt der Ballabgabe hinter der Ballhöhe (ballführender Spieler A) befindet, egal, ob der Ball nach vorne oder nach hinten abgespielt wird (gestrichelte Linien).

Passives Abseits

Die beiden letztgenannten Ausnahmen (gleiche Höhe, passives Abseits) sind relativ neu und insbesondere die Regel 'Passives Abseits' hat neue Probleme geschaffen.

Passives Abseits ist immer schon Auslegungssache des Schiedrichters gewesen und bedeutet, dass ein Spieler der ballführenden Mannschaft sich zwar formal gesehen in Abseitsposition befindet, aber nicht aktiv in das Spielgeschehen eingreift. Bis vor Kurzem war der Schiedsrichter jedoch trotzdem berechtigt, passives Abseits zu ahnden. Üblich war, dass Schüsse auf das Tor, bei denen der abseits stehende Spieler sich nicht in der Nähe der Schusslinie befand oder den eventuell abprallenden Ball aufnahm, kein Abseits auslösen konnten.

Mit der seit neuem bestehenden Ausnahme 'Passives Abseits' besteht keine Abseitsstellung mehr, wenn das Zuspiel nicht auf diesen Spieler erfolgt und dieser auch nicht in den unmittelbar laufenden Spielzug eingreift.

Damit ist es erneut eine Frage der Auslegung durch den Schiedsrichter. Die Hauptproblematik besteht in der Frage, ob ein Spieler überhaupt, als 'nicht eingreifend' gelten kann. Genau genommen greift jeder Spieler jederzeit in das Spielgeschehen ein, in jedem Fall irritierend für die gegnerische Verteidigung bzw. den Tormann. Eine weitere Frage ist, zu welchem Zeitpunkt der passiv abseits gewesene Spiele wieder eingreifen darf (was ist nicht unmittelbar?).

Der grundsätzliche Sinn der Abseitsregel besteht darin, der verteidigenden Mannschaft das Spiel zu erleichtern, mit der Anerkennung des passiven Abseits wird jedoch die Organisation der Abwehrstellung erheblich erschwert und vermehrte Abhängigkeit von Schiedsrichterauslegungen geschaffen.

abseitsregeln abseitsDie nebenstehende Abbildung zeigt den ungefähren Ablauf einer spielentscheidenden Szene im Uefa Cup Finale 2002 (Feyenord Rotterdam - Borussia Dortmund, Tor zum 3:1). Spieler A ist der Ballbegebende (mit Richtung des Balles), Spieler B der Empfangende (und danach Torschütze) samt Bewegungsrichtung, Spieler C der im passiven Abseits Befindliche (samt langsamer Bewegungsrichtung).

Es kann als durchaus fraglich bezeichnet werden, ob ein so nahe am Spielgeschehen befindlicher Spieler (trotz langsamer, gegenläufiger Bewegung) nicht doch in's Spielgeschehen eingegriffen hat, da er sich sehr nahe dem Ort der Handlung befunden hat und deshalb zumindest eine erhebliche Irritierung der verteidigenden Spieler erfolgt ist.
 



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