Katzen-Geschichten I     

 

1. Cassy und das Taxi von J. und C. Belik, 2 Dosis aus Wien, Österreich
2. Katzen-Weekend von Fiedje (Revierkater) und Emsie (Dosi) aus Oldenburg/Oldb., Deutschland
3. Lohn aller Dosi-Mühen gefunden von Katrin Kahl, Deutschland
4. Zorro von Gabi und Viktor Schmittler, 2 Dosis aus Münster, Deutschland
5. Wie Sie Ihrer Katze eine Tablette verabreichen gefunden in der newsgroup de.rec.tiere.katzen

 

1. Cassy und das Taxi

von J. und C. Belik, Wien

Als unser Katerchen starb, waren nicht nur wir sehr traurig, auch unsere zweite Katze "Trixi" (schwarze Katze auf dem Bild rechts) suchte tagelang nach ihm. Also beschlossen wir, eine "neue" Katze muß her. Im Tierschutzhaus konnten wir uns kaum entscheiden, so viele arme ausgesetzte und entlaufene Katzerl.

Unsere Wahl fiel auf eine wunderschöne große weiße Katze mit roten Ohren und einem roten Schwanz. Da wir am anderen Ende von Wien wohnen und wir der neuen Katze die lange Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht antun wollten, fuhren wir mit dem Taxi nach Hause. Die Fahrt quer durch die Stadt dauert rund eine halbe Stunde. Es wurde die längste halbe Stunde, die wir je erlebt haben...

Kaum sind wir losgefahren, fing "Cassy" an wie eine rollige Katze zu schreien, nach Luft zu schnappen und zu erbrechen ... sie hustete und schrie gleichzeitig, der Schleim tropfte ihr aus dem Maul ... sie erbrach und schrie und schnappte weiterhin keuchend nach Luft ... am liebsten wäre ich wieder ins Tierheim zurückgefahren, der Tierarzt dort hatte die Katze doch untersucht und gemeint sie wäre gesund. Doch dieses weiße Ding neben mir im Katzenkorb war eindeutig todkrank und knapp am kollabieren.

Der Taxifahrer ignorierte das Schreien und Kotzen, öffnete nur sein Seitenfenster, starrte verbissen vor sich hin und schwieg. An einer günstigen Stelle bat ich ihn kurz zu halten, damit ich das Erbrochene aus dem Korb entfernen kann. Als ich den Katzenkorb öffnete und die Häufchen entfernte, hörte Cassy mit dem Schreien auf und schaute interessiert zu. Sie machte nicht einmal den Versuch, davonzulaufen. Sobald wir wieder losfuhren, fing das Theater von vorne an. Um sie besser streicheln und beruhigen zu können, stellte ich den Korb auf meinen Schoß. Plötzlich wurde es seltsam warm auf meinen Oberschenkeln und irgendwie feucht auf dem Sitz neben mir. Cassy hatte eine größere Überschwemmung verursacht. Mit meiner dicken Wollweste versuchte ich, die Pfütze auf dem Autositz unauffällig aufzusaugen. Zum Glück fuhren wir schon vor unserem Haus vor. Ich hatte noch nicht einmal die Tür vom Auto zugemacht, da ist der Taxler mit Vollgas davongebraust. Ich bin mir sicher, er wird nie wieder Fahrgäste mit einer Katze in sein Auto steigen lassen.

In der Zwischenzeit lebt Cassy nun schon 11 Jahre bei uns. Sie ist nach Schätzung des Tierarztes heute um die 14 - 16 Jahre alt. Mit Trixi, sie ging im Alter von 19,5 Jahren über die Regenbogenbrücke, hatte sie sich im wahrsten Sinne des Wortes zusammengerauft. Die Fahrten zum Tierarzt waren mit Cassy immer ein besonderes Abenteuer. Sie beschränkte sich aber auf gelegentliches Schreien und statt der Überschwemmung machte sie nur mehr Würstchen in den Korb ... seit 2000 gibt es eine neue Tierärztin in unserem Wohnblock - sie macht zum Glück auch Hausbesuche ;-)

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2. Katzen-Weekend

von Fiedje (Revierkater) und Emsie (Dosi) aus Oldenburg/Oldb., Deutschland

So ein Tag... 
im Katzenleben...
den ich mag...
muss was hergeben!! 

Morgens will ich früh aufsteh´n,
im Garten nach dem Rechten seh´n.
Doch um ca. Uhre Acht,
will ich, dass mir aufgemacht.

Zuerst mal Frühstück, á la carte,
das brauch´ ich für ´nen guten Start.
Dann zu Dosi in das Bett,
da mach´ ich´s mir dann richtig nett.

Ich kuschel mich an die dann ran,
schließlich bin ich (j e t z t) hier der Mann.
So um zehne wird die munter,
aber ich lass´ sie nicht runter... (hä hä hä)

Zuerst mal spielen, Budenbau´n,
Mäuschenfangen und verhau´n -
und natürlich Dosi beißen
- p s s s t - ich werd´ sie nicht zerreißen.


Dann steht die auf - das wird ja Zeit,
ich bin schließlich längst so weit
- und geht in dieses Wasserzimmer,
ehrlich ihr - das tut die immer...!!!

Ich steh´ davor, ich armer Kater,
armer, armer Dosi-Warter..
und ruf´ miau miau miaauuuu...
die ist wohl taub, bestimmt nicht schlau...

Wie´s weitergeht, ist ganz verschieden,
das zu erzählen, sei vermieden.
Eigentlich soll sie bei mir bleiben
und Besuch s o f o r t vertreiben.

Soll nicht immer weg und so...
schließlich ist sie katzipro,
was soll dann dieser Menschenkult,
die genießt doch m e i n e Huld!!!?

Dressur-Ergebnis: Nur ´ne drei... ...
welch´ Kater hat Tipps für uns zwei?
Na eher, wenn ich ehrlich bin,
für mich, ich bin ja hier der Dschinn...!!!

FIEDJE, September 1999

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3. Lohn aller Dosi-Mühen

eine traditionelle Sufi-Geschichte*), gefunden von Katrin Kahl, Deutschland


Der Bagdader Mystiker Schibli starb 945. Nach seinem Tod sah ihn einer seiner Freunde im Traum und fragte: "Wie hat Gott Dich behandelt?" Er sagte: "Er hat mich zu sich bestellt und gefragt: Abu Bakr, weißt Du, weshalb ich Dir vergeben habe?" Ich sagte: "Wegen meiner guten Werke". Er sagte: "Nein".

Ich sagte: "Weil ich in meiner Anbetung aufrichtig war." Er sagte: "Nein". Ich sagte: "Wegen meiner Pilgerfahrt, meines Fastens, meiner Pflichterfüllung". Er sagte: "Nein". Ich sagte: "Oh, Herr, dies sind die Werke, die zur Rettung führen, die habe ich über alles gestellt und bei denen habe ich gedacht, daß Du mir ihretwegen vergeben würdest." Er spach: "Doch nicht um all dieser Dinge willen habe ich Dir verziehen."

Ich sagte: "Oh, Herr, weshalb dann?" Er spach: "Erinnerst Du Dich, wie Du durch die Gassen von Bagdad gingst und ein Kätzchen fandest, das vor Kälte ganz schwachgeworden war und von Mauer zu Mauer lief, um Schutz vor der schneidenden Kälte und vor dem Schnee zu suchen, und Du hast es aus Mitleid aufgenommen und in den Pelz gesteckt, den Du trugst, und hat es so vor der Qual der Kälte geschützt?" Ich sagte: "Ja, ich erinnere mich." Er sprach: "Weil Du mit dieser Katze Erbarmen hattest, darum habe ich mich Deiner erbarmt."

*) ein Sufi ist ein mystisch frommer islamischer Asket (Sufi bedeutet auf Arabisch "Wollkleidträger")
Entnommen und gekürzt aus: "Ich möchte Dich begleiten", Hrsg.: Lis Bickel und Daniela Tausch-Flammer, Herder-Verlag 1999

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4. Zorro

von Gabi und Viktor Schmittler aus Münster, Deutschland

In der Tierarztpraxis versuchten Gabi und Viktor Schmittler vergeblich, ihre Tränen zurückzuhalten. Kreideweiß und übernächtigt nahmen sie den dunklen Plastiksack mit dem leblosen Fellbündel entgegen. Wie sollten sie ohne Paulchen weiterleben? Eines war sicher: nur ein neues Kätzchen konnte sie, wenn überhaupt, über den schmerzlichen Verlust ihres besten Freundes trösten. Wenig später drückten sich Gabi und Viktor im Tierheim die Nasen an den Scheiben des Katzenhauses platt, aber kein Kater war wie Paulchen. Enttäuscht sahen sie auch in den letzten Zwinger. Ein zierliches Tier mit seidig glänzendem Fell funkelte sie neugierig und misstrauisch zugleich aus gelben Augen an. „Ich hol dich hier raus, Nina!“ flüsterte Gabi der hübschen Tigerdame aufmunternd zu, bevor sie von Viktor am Ärmel aus dem Gehege gezogen wurde. Die braun-getigerte Katze stellte sich auf die Hinterbeine und weinte den Beiden jämmerlich hinterher.

Am nächsten Tag beschlossen Gabi und Viktor Kontakt zur Katzenhilfe aufzunehmen. In einem hellen Dachzimmer krabbelten winzige Trolle lustig durcheinander, bis sie Gabis und Viktors Anwesenheit bemerkten. Die Katzenbabys robbten mit ihren wackeligen Stummelbeinchen auf die erstaunten Menschen zu und versuchten sich als Bergsteiger. „Sind die süß!“ rief Gabi, nachdem sie zwei der Minimonster aus ihren langen Haaren befreit hatte. Nun waren die Würfel gefallen, doch die Qual der Wahl war groß: welches Tier durfte Paulchens Platz einnehmen? Plötzlich tauchte e r auf. Der kleine graue Tiger torkelte schlaftrunken in Gabis Richtung. Sein kugelrundes, milchgefülltes Bäuchlein ließ ihn merklich mit der Schwerkraft kämpfen. Tollpatschig kletterte er auf ihren Schoß und wischte mit seiner Tatze drei Geschwisterchen auf einen Streich herunter. Dann hob er seine Pfote und winkte fröhlich quietschend hinauf. Im Sturm erobert, hätte Viktor den Kleinen am liebsten gleich eingepackt, aber Garfields Erbe war noch zu jung, um auf die nahrhafte Muttermilch zu verzichten. So adoptierte das Ehepaar kurzerhand zwei Stubentiger: den kleinen Zorro und Thalia, seine etwas scheue, zweifellos bildhübsche Mutter.

Auf die fremde Umgebung losgelassen, gestaltete sich die erste Begegnung ganz anders als erwartet: Thalia verschwand wie ein geölter Blitz fauchend unterm Sofa und ward tagelang nicht mehr gesehen. Nur Ihre feurig-grünen Smaragd-Augen verrieten sie in ihrem dunklen Versteck. Zwerg Zorro hingegen, tapfer wie sein Name bereits verriet, bäumte sich mit gesträubtem Fell vor dem müde blinzelnden Dobermann auf und spuckte dem verdutzten Hund mitten ins Gesicht, um alsdann ebenfalls in Windeseile bei seiner Mami Schutz zu suchen (siehe Foto rechts). Spätestens jetzt war klar, daß sich Gabi, Viktor und Hasso die Liebe der neuen Bewohner erst verdienen mussten, und das würde wohl ein ganzes Stück Arbeit werden. Schließlich gab es aber für alle ein Happyend.

Was aber wurde aus Nina? Gabi hatte ihr Versprechen nicht vergessen. In drei Monaten feierte Viktor Geburtstag, ob die kleine Tigerfrau bis dahin immer noch im Tierheim sitzen würde? Das Schicksal sollte entscheiden. Mit Herzklopfen durchstöberte Gabi am 18. August die Räume des Tierheims. Die Tierfreundin erkannte die Katze kaum wieder, abgemagert, mit struppigem Fell und leerem Blick kauerte sie in einer Ecke. Diesmal zögerte Gabi nicht lange, sie steckte die Kleine ein und fuhr mit ihr zunächst zum Tierarzt und dann nach Hause. Dort war die Überraschung gelungen: Viktor nannte sich nun stolzer Besitzer einer weiteren guten Mäusefängerin und Faulpelz Zorro hatte fortan eine Tante, die ihm zu fetter Beute verhalf, ohne daß er selbst eine Kralle krümmen musste. Nina hat sich in der Zwischenzeit wunderbar erholt, wie man auf dem Foto links sehen kann...

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5. Wie Sie Ihrer Katze eine Tablette verabreichen

Eine Anleitung für Dosis

Übersetzt aus dem Englischen von einem unbekannten Dosi nach dem Original von Peggy Althoff "How to Give Your Cat a Pill"
gefunden in der newsgroup de.rec.tiere.katzen

1. Packen Sie die Katze fest in Ihren Armen. Betten Sie ihren Kopf in Ihrer Ellenbogenbeuge, gerade so, als wollten Sie einem Baby eine Flasche geben. Gurren Sie vertraulich: "Was für eine liebe Katze." Legen Sie die Pille ins Katzenmäulchen.

2. Holen Sie die Katze vom Hals der Stehlampe und die Pille unter dem Sofa hervor.

3. Wiederholen Sie die Schritte in 1., aber halten Sie nun die Vorderpfoten der Katze mit der linken Hand und die Hinterpfoten mit dem Ellenbogen des rechten Arms nieder. Stecken Sie die Pille mit dem rechten Zeigefinger ins Maul.

4. Holen Sie die Katze unter dem Bett hervor. Besorgen Sie eine neue Pille aus der Packung. (Widerstehen Sie der Versuchung, sich eine neue Katze zu besorgen.)

5. Wiederum gehen Sie wie in 1. vor, jedoch, wenn Sie die Katze fest in die Fläschchen-Position gebettet haben, setzen Sie sich auf die Kante eines Stuhles, beugen Ihren Oberkörper über die Katze, legen die rechte Hand über den linken Ellenbogen, öffnen der Katze das Maul, indem Sie den Oberkiefer zurückdrücken und stopfen die Pille hinein - aber schnell muss es gehen. Weil sich Ihr Kopf bei Ihren Knien befindet, können Sie nicht sehen, was Sie tun. Aber das macht nichts.

6. Lassen Sie die Katze in den Gardinen hängen. Lassen Sie die Pille in Ihren Haaren stecken.

7. Wenn Sie eine Frau sind, heulen Sie laut auf. Wenn Sie ein Mann sind, heulen Sie laut auf.

8. Reissen Sie sich jetzt zusammen. Wer ist denn hier der Boss? Holen Sie Katze und Pille. Wenn Sie Position 1. angenommen haben, sagen Sie streng: "Wer ist denn hier der Boss?" Öffnen Sie das Katzenmaul, nehmen die Pille und .... huuuch!

9. So funktioniert das nicht, nicht wahr? Brechen Sie zusammen und denken Sie nach. Aha! Diese blitzschnellen Klauen verursachen das Chaos.

10. Kriechen Sie ins Badezimmer. Greifen Sie sich ein großes Badetuch. Breiten Sie das Badetuch auf dem Fußboden aus.

11. Holen Sie die Katze vom Küchenhängeschrank und die Pille aus der Topfblume.

12. Breiten Sie die Katze nahe einem Ende des Badetuchs so aus, dass der Kopf über die lange Seite herausragt.

13. Beugen Sie die Vorder- und Hinterläufe der Katze platt über ihren Bauch. (Widerstehen Sie der Versuchung, gleich die Katze zu plätten.)

14. Rollen Sie die Katze in das Tuch. Arbeiten Sie schnell; die Zeit und Katzen warten auf niemanden.

15. Nehmen Sie Position 1. ein. Drehen Sie Ihre linke Hand zum Kopf der Katze hin. Drücken Sie so auf ihre Kiefergelenke, als wollten Sie die Blütenblätter eines Löwenmäulchens öffnen.

16. Legen Sie die Pille ins Katzenmaul und drücken sie sanft nach unten. Siehe da! Es ist geschafft.

17. Saugen Sie lose Haare (Katzen-) auf. Verbinden Sie die Wunden (Ihre).

18. Nehmen Sie zwei Aspirin und legen Sie sich hin.

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