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PRESS GALLERY ******************************************* Jazz Viersen 2011
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Rheinische Post Online, 3.7.2010 Kampf ums Jazzfestival Viersen (RP) Es ist ein Jubiläum: 2011 lädt Viersen zum 25. Mal zum Jazzfestival in die Kreisstadt ein. Doch die weitere Zukunft der internationalen Musikveranstaltung ist nicht gesichert. Es fehlen Sponsoren und Geld. Graue Wolken ziehen über den Himmel der Viersener Jazz-Szene: Mit rund 40 000 Euro hat die Sparkassenstiftung in der Vergangenheit dem Jazzfestival unter die Arme gegriffen. Damit soll nach Informationen der Rheinischen Post nach 2011 Schluss sein. Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, Maßnahmen zu unterstützen, die einen "nachhaltigen" Charakter haben. Dazu gehört nach ihrer Auffassung eine dreitägige Musikveranstaltung nicht. "Das Problem ist da", kommentierte Viersens Kulturdezernent Dr. Paul Schrömbges die Situation. "Die Frage ist: Wie soll es weitergehen?" Nicht nur in Viersen ist die Jazzfestival-Landschaft in Bewegung. Fast alle Veranstaltungen dieser Art haben das Problem, dass die Kommunen ebenfalls nicht mehr zahlen können. Das gilt auch für die Kreisstadt, die in ein rund 30-Millionen-Euro großes Haushaltsloch schaut. 2009 hatte der städtische Zuschuss noch 48 000 Euro betragen. Schrömbges bringt es auf den Punkt: "Wir müssen jetzt Farbe bekennen. Was ist den Viersenern das Jazzfestival wert?" Für 2011 steht die Finanzierung des Jubiläumsfestivals, die allerdings erheblich zusammengestrichen worden ist. Knapp 85 000 Euro kommen durch Sponsoren – inklusive Sparkassenstiftung – und finanzielle Unterstützung der Stadt zusammen. Etwas mehr als 50 000 Euro bringt der Kartenverkauf ein, das zweite Standbein des Festivals. Die Einnahmen des dreitägigen Spektakels betragen fast 137 000 Euro. Dem stehen Gagen für die Künstler, GEMA-Gebühren und Honorare von rund 80 000 Euro gegenüber. Der Rest wird vor allem in Technik (16 000 Euro), Werbung (17 000 Euro) und Hotels (3000 Euro) sowie sonstige Ausgaben (27 000 Euro) investiert. Bei Gesamtkosten von 144 000 Euro bleibt für 2011 derzeit ein Defizit von rund 8000 Euro. Die Stadt überlegt, dies durch eine Erhöhung der Eintrittspreise im kommenden Jahr aufzufangen. "Ziel ist es, die Qualität des Festivals und den Kulturstandort Viersen mit dem Erhalt des Festivals zu sichern", so Schrömbges. Allerdings ist vorgesehen, weniger Bands pro Abend auf den Bühnen spielen zu lassen. Unterstützung für seine Pläne bekommt der Dezernent von Teilen der Politik: "Es ist richtig, die Kosten im Zaum zu halten", erklärt Laura Mavrides, kulturpolitische Sprecherin der CDU. Und auch SPD-Ratsherr Manuel Garcia Limia appelliert: "Entscheidend ist, dass an der Qualität nicht gespart wird. Vielleicht gibt es irgendwann Zeiten, wo wir wieder mehr Geld haben."
Für Experimente ist Franz Hautzinger immer zu
haben. Heuer eröffnet der Wiener Trompeter das Jazzfestival Saalfelden.
Ein Experiment ist jedes Jahr auch die Eröffnung
des Jazzfestivals Saalfelden: Wer von der Festivalleitung mit dem Eröffnungskonzert
betraut wird, hat alle Freiheiten. Morgen, Freitag, wird Franz Hautzinger
das 31. Jazzfestival Saalfelden eröffnen. Warum er für sein Projekt „Third
Eye“ mit Hayden Chisholm, Hilary Jeffrey, William Parker und Tony Buck
viel Louis Armstrong gehört hat und wo er die Zukunft des Jazz sieht, erläutert
er im Gespräch. Ich habe angefangen, mich wieder richtig in den Jazz hineinzuarbeiten, bin in der Geschichte zurück gegangen und habe alle Trompeter studiert, Louis Armstrong, Bix Beiderbecke, Bill Dixon. Youtube ist da ja ein Paradies. SN: Welche Essenz des Jazz ist das, der
Sie nachspüren wollen? SN: In Saalfelden ist die ständige
Suche nach dem Neuen eigentlich die Normalität. Schlagen Sie mit dem Rückblick
auf die Geschichte bewusst eine andere Richtung ein? SN: Und Ihr erstes Jazzerlebnis?
Salzburger Nachrichten, 29.8.2010 Weil aber auch in der Musik die Trends kommen und gehen, standen beim 31. Jazzfestival Saalfelden die Vorzeichen diesmal umgekehrt. Am Steinernen Meer, wo jedes Jahr eine breite Palette frischer Klänge zwischen Jazz und Avantgarde in maximaler Dichte zu hören ist, regierte heuer wieder das klassische Instrumentarium. Nur selten fand sich in den Besetzungslisten der rund 25 Formationen auf der Hauptbühne und in der Nebenreihe „Short Cuts“ ein Hinweis, das auch „electronics“ zum Einsatz kämen. Das Spiel machten Saxofone, Trompeten, Gitarren und auffällig oft Violinen. Die Laptops blieben ausgesteckt. Furchtlos und durchdachtStatt ungezügelter Experimentierlust zwischen digitalen und analogen Soundwelten waren am Freitag und Samstag im Congress da auch viele Projekte zu hören, die trotz Furchtlosigkeit beim Vordringen in schräge Klangzonen mit ausgefeilten Konzepten punkteten. Das begann schon bei der Eröffnung: Franz Hautzinger, der auf seiner Vierteltontrompete eine eigene Musiksprache entwickelt hat, in der abstrakte Geräusche als ausdrucksstarkes Vokabular dienen, fand in dem speziell für Saalfelden zusammengestellten Quintett „Third Eye“ zu einer gelungenen Balance zwischen Innigkeit und intensiv lodernder Energie.Für den Avantgardisten war die Saalfelden-Eröffnung (das Festival vergibt den Auftrag dazu jährlich an einen heimischen Musiker) eine Rückkehr zum Jazz. Danach, im Konzert von Keyboarderin Myra Melford und ihrem Sextett Be Bread, verzichtete sogar der sonst für seine vielschichtigen digitalen Klangskulpturen berühmte Trompeter Cuong Vu auf Loops und andere Effekte. Innerhalb des Saalfelden-Wochenendes lieferte die Band einen der abgeklärtesten Beiträge. Aufregender wirkte danach das Konzept von Dominique Pifarély – auch wenn der Geiger mit seinem Nonett auf der Bühne wie ein Kammerorchester hinter Notenpulten Platz nahm. Aus dem Durcheinander frei fliegender Klangpartikel blitzen bald schnittige Bläsermotive und funkige Rhythmen hervor: Orchestraler Jazzrock, ganz ohne Pathos. Überhaupt, die Verbindungen zur Kammermusik und zum Orchestralen: Sie fielen ebenfalls auf im Programm der Intendanten Michaela Mayer und Mario Steidl. Dass Saalfelden bewusst auf die Behauptung verzichtet, den einzig wahren Querschnitt durch die aktuelle Szene zu präsentieren, ist ein Qualitätsprädikat. Die Bandbreite der Ansätze, die unter dem Familiennamen Jazz firmieren, ist längst unüberblickbar. Umso unverzichtbarer sind die individuellen Akzente, die ein Festival mit seinem Programm setzt. Unüberschaubare FamilieIm Congress gehörten die fließenden Improvisationen von Carla Kihlstedt und Satoko Fujii zu den intensiven Erlebnissen, ebenso der Kontrastreichtum zwischen der Bergen Big Band und Gitarrist Terje Rypdal. Einen spritzigen Gegenentwurf zum reduzierten Spiel des Norwegers lieferte später Gitarrist Raoul Björkenheim: Seine Freude des am virtuosen Pausenlos-Solo fand im Trio mit Hamid Drake und William Parker ein perfektes Format. Explosiv ging es auch beim grandiosen Exploding Stars Orchestra zu. Saalfelden machte mit einem hochklassigen Wochenende neugierig auf die Jazz-Zukunft und auf das vierte Jahrzehnt des Festivals. Nur die Jazz Passengers spielten noch Musik von gestern. Und das mit Recht: Hat sich die legendäre Formation von Jazz-Ironikern um Roy Nathanson doch erst kürzlich wieder vereint.
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